Donnerstag, 24 September 2020

Narrenzunft Nautle Burladingen

Zunftbeschreibung

BurladingenBurladingen liegt an der B 32 im Fehlatal zwischen Hechingen und Sigmaringen, auf der landschaftlich eindrucksvollen Schwäbischen Alb. Dei Narrenzunft Nautle wurde 1975 gegründet, der Name wurde aber bereits schon nachweislich 1939 von den Burladinger Narren benutzt. Den ersten Auftritt hatten die Nautle 1977.

Narrenruf :  Narri - Narro

www.narrenzunft-burladingen.de

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Der Nautle

Nautle1Der Nautle war nach mündlicher Überlieferung ein altes, knickriges Albbäuerlein, das neben der Landwirtschaft mit verschiedenen Hausiererwaren handelte. Der Begriff Nautle ist ein alter Übernahme der Burladinger und wurde deshalb als Symbolfigur für die Burladinger Fasnet übernommen. Die Figur, die neben der Holzmaske, Pfeife, Schnupf- und Halstuch auch noch ein landwirtschaftliches Gerät im bäuerlichen Jahresablauf (gegliedert in die 4 Jahreszeiten) mit sich führt, wird charakterisiert mit dem alten Spruch:

Witzig und gradraus
bockboinig bis detnaus

und wenn's sei muaß au saugrob,
des isch da Nautle ihra Lob.

Nautle bedeutet soviel wie: die Halsstarrigen und Dickköpfigen, die mit zäher Verbissenheit an ihren Rechten und Grenzen festhalten. Alte Chroniken erzählen, daß die Burladinger oft heftige Fehden und Kleinkriege gegen die Zollerngrafen führten, wenn man ihnen ein gutes, altes Recht nehmen wollte. Kurz, den Burladinger Nautle war nicht beizukommen.

Im schwäbischen Wörterbuch v. Adelbert v. Keller, Hermann Fischer u. Wilhelm Pfleiderer v. 1936 findet man unter „ Knautle “ die Erklärung „Spottname derer von Burladingen wegen ihres verdruckten, eigensinnigen“. Im Laufe der Zeit ließ der Schwabe das harte „K“ wohl einfach weg, so dass der Name „Nautle“ entstand.

Häs und Maske wurden nach einem Entwurf von Ehrenzunftrat Christian Ritter gefertigt und von vielen Verantwortlichen im Detail so gestaltet, wie er Heute zu sehen ist. Am 2. Februar 1977 wurde die Maskengruppe erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, was ein Höhepunkt für die junge Zunft darstellte

Der Buachhaldabutz

BuachhaldabutzEin alter überlieferter Spruch besagt: „ S'Burladinger Holz isch s'bescht Holz vo älla Hölzer“

Diese Aussage deutet darauf hin, dass die Beziehung der Burladinger zu ihrem Wald seit jeher sehr eng war. Als eine der waldreichsten Gemeinden von Baden-Württemberg spielte der wirtschaftl . Faktor Wald, insbesondere die vorherrschende Buche eine große Rolle. Die Nutzung des Waldes zum Holzhandel oder Handel mit Holzartikeln, die auch bei der Figur Nautle zum Vorschein kommt, war für die einheimische Bevölkerung eine sehr wichtige Einnahmequelle, zumal die landwirtschaftlichen Erträge durch die karge Beschaffenheit des Bodens auf der schwäbischen Alb eher spärlich waren. Deshalb waren die Burladinger, was die Nutzungsrechte des Waldes anging, immer sehr streitbar. Des öfteren gab es Meinungsverschiedenheiten mit den Fürsten zu Hohenzollern, die darin gipfelten, dass sogar Straftruppen von Hechingen nach Burladingen geschickt wurden.

Mit der Schaffung des Buachhaldabutz wollte die Narrenzunft Nautle diesem Umstand Rechnung tragen.

Der Name der neuen Maske setzt sich zusammen aus dem Gewann „Buchhalde“ und der Fasnetsfigur Butz, die im hohenzollerischen Raum sehr verbreitet und auf verschiedenste Weise dargestellt wird.

Die Maske soll die Buche mit der ihr eigenen Charakteristika darstellen. Herausgearbeitet wurden deshalb die Bucheggern , Laubrispen und Astgabelungen. Entsprechend der Schönheit des Waldes, wie sie von einem Spaziergänger an einem hellen Frühlingstag empfunden wird, ist diese Maske zum Einen freundlich gehalten. Als Gegensatz gibt es zum Anderen auch eine unfreundliche, dämonische Maske, die die Gefühle des Menschen an einem kühlen, nebligen und dunklen Herbsttag im Wald wiederspiegelt. Entworfen wurde Maske und Häs in einer Gemeinschaftsarbeit des Maskenausschussen und des Zunftrates.

Das Plätzleshäs zeigt die vielfältigen Farben des Laubwaldes im Wandel der Jahreszeiten, die einzelnen Plätzle haben die Form von Buchenblättern.

Der Gürtel mit den Glocken soll eine Verbindung zu dem Geläut der Arbeitspferde herstellen, die in früherer Zeit bei der Holzarbeit eingesetzt wurden.

Als närrische Attribute führt der Buachhaldabutz Lärminstrumente aus Holz bzw. einen naturgewachsenen „Buchenprügel“ mit sich.

An der Fasnet 2003 trat die Figur zum ersten Mal als Einzelfigur an der Fasnet auf, um sie der Bevölkerung vorzustellen. 2004 waren es ca. 40 neue Maskenträger, die an der Fasnet als Gruppe zu bewundern war.

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