Dienstag, 07 Juli 2020

Narrenzunft Rälle Zwiefalten

Zunftbeschreibung

zwiefaltenDie bürgerliche Gemeinde Zwiefalten weist im Gegensatz zu vergleichbaren Ge­meinden eine kurze Geschichte auf; ihre Gründung erfolgte erst im Jahr 1832.
Der Ort selbst ist jedoch ungleich älter; die erste urkundliche Erwähnung ,,ZWIVALTUM" stammt aus dem Jahr 904. Für den Namen der Gemeinde sorgten die beiden Wasserläufe der Aach, Zwiefalten wurde in der Vergangenheit auch ,,ZWIVALTA" und ,,ZWIEFALTACH" - zwiegefaltetes Tal der Aach genannt.

Maßgebende Bedeutung für die Entwicklung Zwiefaltens hat die Klostergründung im Jahr 1089. 

Narrenruf :  Rälle Hui

www.narrenzunft-zwiefalten.de

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Der Klosterrälle

raellekleinMit handgeschnitzter Holzmaske, einer Art Blätzleshäs in verschie­denen Grautönen und einem aus Leder gearbeiteten gelben Geschell mit Kupferschellen, begeisterten die Zwiefalter Klosterrälle die Zuschauer am Straßenrand. Wichtig war die Katze auch in den prall mit Korn und weiteren Zehntenabgaben gefüllten Klosterscheuern zum Mäuse fangen, damit die wertvollen eingelagerten Nahrungsmittel nicht zu sehr durch Ungeziefer dezimiert wurden.In der Zimmerschen Chronik von 1566 ist von ,,Spaikatzen" die Rede. Gemeint sind damit spottende Menschen oder Maskengestalten. Diese literarische Erwähnung und die zwiespältige Verhaltensweise der Katze - mal böse fauchend, dann wieder schnurrend und schmusend - waren wohl Grundlage für die Entstehung dieser Narrenfigur. Man kann sich vorstellen, daß die weiten Klosteranlagen mit entsprechend dimensionierten Vorratsräumen, in denen sich Mäuse und damit naturgemäß auch Katzen sicherlich sehr wohlfühlten, idealer Lebensraum auch für besonders groß gewachsene Kater waren. Einen solch ausgewachsenen wilden Kater, in der Mund­art ,,Rälle" genannt, stellt die ursprüngliche Hauptfigur der Zwiefalter Fasnet, den Kloster-Rälle" dar.

Der Gauinger Bär

baerkleinAus einem Teilort, nämlich Gauingen, stammt der ,,Gauinger Bär". Dieses gefürchtete, unheimliche Tier, aus einer unweit von Gauingen gelegenen Bärenhöhle kommend, half ebenfalls den Winter zu vertreiben.

Mit Holzmaske, fellartigem braunem Häs und einem Geschell beeindruckt diese stattliche Fasnetsfigur.

Der Teutschbuch-Gockel

goggelkleinMitten im Teutschbuch, einem großen Waldgebiet zwischen Zwiefalten und Riedllingen, stand bis 1862 ein Hof, schwer erreichbar und während den Win­termonaten vollkommen abgeschnitten. Wenn man dort dann im etwa fünf Kliometer entfernten Zwiefalter Teilort Mörsingen aus der Ferne einen Gockel krähen hörte, war es wie das Frühlingser­wachen - die Winterzeit war endlich vor­bei.

Der ,,Teutschbuch-Gockel" trägt ein Blätzlehäs in roten, grünen und gelben Farben und eine handgeschnitzte Holz­maske.

Der Zwiefalter Hansel

hanselkleinDer 32. Abt des Zwiefalter Klosters, Abt Georg Piscatoris Vischer, hatte auch einen ,,thorrechten Menschen Namens Johannes gern. Er nahme auch noch 1506 an, in seinem 70sten Jahr täglich an Narrheit zu". Dieser närrische Johannes lebt also heute weiter als ,,Zwiefalter Hansel", als barocke Maske, Typ Weißnarr.

Die handgeschnitzte Holzmaske zeigt ein Menschengesicht mit freundlichem Lä­cheln. Auf das weiße Häs sind Sterne aufgenäht, die auch im Gemeindewappen zu finden sind. Der Zwiefalter Hansel trägt ein Schultergeschell aus weißem Leder.

Die Zwiefalter Krättaweiber

kraettaweiberkleinWenn diese als Männer verkleideten Weiber - im Krätta (Korb) sitzend und vom Weib getragen, stets einen großen Stumpen rauchend - durch die Straßen ziehen, haben sie die Lacher immer auf ihrer Seite.

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