Donnerstag, 02 Dezember 2021

Feierliche Narrenmesse zum Auftakt des Ringtreffens

Die Fasnet hat im christlichen Glauben ihre Wurzeln – ohne Glauben keine Fasnet. Deshalb kamen die Hayinger Narren in bunten Kostümen und Häs in die Kirche, um den Segen für eine glückselige Fasnet zu erbeten.

(Bericht von Maria Bloching - Freie Journalisting / Alb-Bote)

„Schwester, Brüder, Narrenleut“ – auch in der Kirche hat die Narretei durchaus ihre Berechtigung. Und so ließ es sich die Narrenzunft Hayingen nicht nehmen, zum Auftakt ihres Jubiläumswochenendes himmlischen Segen einzuholen und insbesondere aller verstorbener Mitglieder des Vereins zu gedenken. Pater Georg Kallampallil ging auf herrliche Weise in seiner Predigt auf die ausgelassene Stimmung der zahlreichen Narren in der vollbesetzten St. Vituskirche am Samstagabend ein.

„Manche sagen, die Kirche tät schlafen und nichts wagen, verklemmt sei sie und wie von gestern, wie nachts um eins John Wayne im Western“. Nötig sei ein kleines „Vereinsbeiträgle“, dass das Kirchenschiff auch weiter segle. Doch man müsse auch sehen, dass die Kirche in der Not sei für das Seelenweh, so etwas wie der ADAC. Mit einer Schlaf-Zipfelmütze auf dem Kopf beleuchtete Pater Georg Kallampallil die Verschlafenheit von Heiden und Christen und regte dazu an, auch beim Feiern „bis es kracht“ den Glauben nicht außer Acht zu lassen. Dass es durchaus auch lustig in der Kirche zugehen kann, machte der Geistliche in seiner Ansprache deutlich. Er erzählte Witze, die trotz ihrer Heiterkeit auch einen ernsten Hintergrund hatten und immer wieder belohnten die närrischen Gottesdienstbesucher die Wortgewandtheit und den Humor des Paters mit spontanem Applaus. „Gott zu treffen sind wir hier, weil er gegen Hass und Gier, uns die Liebe eingepflanzt“. Zigeuner und Hippies, Goißa und Rälle, Hexen und Clowns – sie alle boten in dem Gotteshaus einen wunderschönen Anblick und selbst die Ministranten durften sich an diesem besonderen Tag närrisch kleiden. „Singt dem Herrn und lobt ihn, Halleluja lobt ihn“ sang der Chor Hay-Fidelity und die Stadtkapelle spielte feierlich auf. Hier vermischte sich ausgelassene Fröhlichkeit mit ernster Andacht – eine wunderbare Mischung, die für eine ganz besondere Stimmung in der Kirche sorgte. Im Anschluss an die Narrenmesse zogen die Narren festlich mit Fackeln zur Festhalle und dem großen Ringball entgegen.

Brauchtum braucht Partner